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Geschichte Rittergut und Herrensitz Oberstein 

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Urkundliche Ersterwähnung des Gutes war im Jahre 1350 als "Rittergut zu dem Steine", weitere frühe Erwähnungen finden sich 1466, 1606 als "Rittergut mit den Steinhäusern" und 1665 im Besitze der bekannten sächsischen Ur-Adelsfamilie von Carlowitz.

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Ab 1668 wird die Meißnische Ur-Adelsfamilie von Schleinitz als Lehensnehmerin genannt.

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Ebenfalls noch im 17. Jahrhundert wird Gangolf Marschall zu Technitz als Eigentümer aufgeführt, Anfang des 18. Jahrhunderts dann Johann Friedrich Conradi, danach Adolph Gottlob Friedrich Conradi, der 1743 an Peter Starcke veräußert. Spätestens 1751 gehört das Gut Johann Ernst Steinhäuser auf Ober- und Niederlockwitz.

Oberstein war zur Burggrafschaft Leisnig als Exklave wie das benachbarte Rittergut Noschkowitz zugehörig, Verwaltungs- und Herrschaftssitz war Burg Mildenstein.

Ab 1365 nach der Unterwerfung der Burggrafen von Leisnig durch die Markgrafen von Meißen lag das Obereigentum über das Lehen bei der Markgrafschaft Meißen.

1578 wurde Oberstein zur Pfarrei Kiebitz gepfarrt.

Rittergut Oberstein war im Gegensatz zu allen umliegenden Gütern und Rittergütern ein sog. erbbegründetes Gut, was dem jeweiligen Besitzer eine privilegierte Stellung gegenüber dem Lehensgeber im Sinne einer größeren Unabhängigkeit vermittelte.

Über der Eingangstüre des Herrenhauses ist ein Schlussstein mit den Initialen „JS“ und der Jahreszahl 1751 auf einer Jakobsmuschel (Symbol für den hl. Jakob und Johannes den Täufer, Maria und auch allgemein für Glück und Wohlstand, auch am Eingang von Schloss Ruhetal Mügeln und Schloss Noschkowitz) zu erkennen.

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Hierbei handelt es sich jedoch nicht um das Jahr der Errichtung des Gebäudes, sondern um eine im Jahre 1751 durch den Besitzer  Dr. Johann Ernst Steinhäuser vorgenommene Renovierung. Gegenstand des Umbaus waren vor allem neue Fenster- und Türgewände in rotem Porphyr im Innen- und Außenbereich. In der früheren Version der Gewände ist von der Verwendung von Sandstein und Muschelkalk auszugehen, wie es an der noch vorhandenen ursprünglichen Eckquaderung und anderen Gewänden in der Anlage erkennbar ist. Insgesamt ist von einer Errichtung dieses Gebäudeteils in der Renaissance auszugehen, worauf auch noch Spuren von Werksteinen in der Fassade der Gebäuderückseite hinweisen, die an einen italienischen Palazzo des 16. Jahrhunderts erinnern. Weitere Umbauten erfolgten im 19. und 20. Jahrhundert. Es finden sich demnach in der Gesamtanlage Spuren aus der Renaissance, dem Barock und dem Klassizismus/Historismus. Der weit überwiegende Teil der Bausubstanz wurde aus schwarzem Porphyr hergestellt.

Im Nordflügel findet sich in unmittelbarer Nähe des Wohntraktes ein historischer Brunnen, der Rest einer Umfassungsmauer mit Graben sowie das Torhaus. Im Eingangsbereich befindet sich ein Raum mit einem recht hoch angesetzten Gewölbe. Darunter sitzt im Gegensatz zum jetzigen Herrenhaus, das nicht unterkellert ist, ein recht großzügiges Kellergewölbe. In der Mitte des Gebäuderiegels ist noch der Stumpf eines ehemaligen Turmes zu erkennen, dessen Spuren auch noch im Dachstuhl sichtbar sind.

Vom Süden her war die Anlage durch den Lauf der Kleinen Jahna und im Osten durch Gräben und Teiche geschützt. Die Reste der ehemaligen Brücke über die Kleine Jahna wurden in neuere Brückenbauten integriert.

Der Südflügel besticht vor allem durch seine großzügigen Gewölbe der ehemaligen Stallungen.

Der Ostflügel der ursprünglich vierseitigen Anlage, eine Scheune, ist nicht mehr vorhanden, was heute den freien Blick auf den hinteren Teil des Geländes ermöglicht.

Im Bereich des neu angelegten Parks vor dem Herrenhaus befand sich in fast identischer Größe auch der historische Park, eingerahmt im Norden und Westen von einer massiven Steinmauer, die nicht mehr vorhanden ist, sowie im Süden von der Kleinen Jahna.

Zum Rittergut gehörten ein Kalkofen und mehrere Steinbrüche, die teils bis 1937 betrieben wurden. Auch eine Mühle war dem Gute zugehörig. So konnte trotz des eigentlich nur mittelmäßigen Grundbesitzes von ca. 59 ha der Wohlstand des Besitzers gewährleistet werden.

Um das Rittergut herum entwickelte sich die Bebauung des Dorfes Obersteina als Gutssiedlung mit steinernen Häuserzeilen, da dieser Werkstoff ja problemlos verfügbar war.

Im Jahre 1850 wurden von der damaligen Besitzerin Helene Schulze alle Gerichtsakten des Rittergutes wegen Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit an das Justizamt Leisnig abgegeben. Gerichtsakten aus Obersteina sind seit dem Jahre 1555 im Hauptstaatsarchiv Sachsen vorhanden.

1890 fand ein Aus- und Umbau durch die Besitzerin Ilse Lehmann statt, von dem nach Abnahme der Tapeten im Herrenhaus noch viele Spuren und Farbreste zeugen, zudem die grüne Kachelung von Teilen des Treppenhauses.

1904 ist als Besitzerin Frau Ilse Lehmann und 1937 Richard Carl, Geheimrat a.D. als Besitzer des Rittergutes bezeugt. Das Herrenhaus des Rittergutes wurde 1941 von Helene Carl und Generalmajor Franz Richard Ehrig an die NSDAP verkauft und als Landdienstlager der Hitlerjugend mit Internat eingerichtet. 1944 wurde es aufgegeben und als Lager für Umsiedler aus den Ostgebieten genutzt. Im Herrenhaus war ab 1958 eine Schule untergebracht. Der Rest des Gutes wurde zu DDR-Zeiten als LPG Erich Weinert für die landwirtschaftliche Produktion verwendet.

Ab dem Jahre 2016 befindet sich das gesamte Objekt erstmals seit 1941 wieder in einer Hand und in Privatbesitz.

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Rittergut Oberstein vor Beginn unserer Freistellungsarbeiten als "Dornröschenschloss"

Böse Buben und Mädchen auf Oberstein

Es war im Jahre 1827, als Johann Eidner, der auf Rittergutsboden ein Steinhaus besessen hatte, durch seinen unsteten Lebenswandel und Schulden dazu gezwungen wurde, sein Haus in Obersteina zu verlassen. Letzteres war zwangsversteigert worden und er bestritt seinen Lebensunterhalt nun mit kleineren und auch größeren Diebstählen. Aus Frust über seine Situation und weil er wohl auch andere Personen dafür verantwortlich machte, kam er auf die Idee, Bürger von Naundorf mit dem Anzünden ihrer Häuser und Höfe zu bedrohen, indem er vor Ort einen sogenannten "Brandbrief" auswarf. Darauf konnte die Todesstrafe stehen. Obwohl bekannt war, dass er sich immer noch in der Gegend herumtrieb, war er nicht zu fassen und wurde daher per Veröffentlichung in der Tageszeitung und steckbrieflich gesucht. Wegen seiner guten Ortskenntnis und möglicherweise Freunden und Unterstützern konnte er jedoch nicht dingfest gemacht werden und versetzte die Gegend weiter in Angst und Schrecken.

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